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DIN EN ISO/IEC 27019:2026: Was sich ändert – und was CISOs & ISMS Teams jetzt tun sollten

DIN EN ISO/IEC 27019:2026 (Deutsch): Was sich ändert – und was CISOs & ISMS‑Teams jetzt tun sollten

Die DIN EN ISO/IEC 27019:2026 ist in deutscher Fassung verfügbar und liefert Energieunternehmen eine aktualisierte, sektor-spezifische Leitlinie für Informationssicherheitsmaßnahmen. Wenn Sie als CISO oder ISMS‑Verantwortlicher arbeiten, ist das vor allem deshalb relevant, weil Sie damit Controls, Statement of Applicability (SoA) und Audit-Nachweise stringenter an die aktuelle Struktur der ISO/IEC‑27000‑Familie ausrichten können.

Dieser Beitrag zeigt Ihnen, was sich mit der 27019:2026 ändert, worauf es bei Transition und Ersteinführung ankommt und wie Sie in wenigen Wochen auditfähig werden.

Wofür ISO/IEC 27019 steht (und wann Sie sie brauchen)

ISO/IEC 27019 ergänzt die allgemeinen Anforderungen/Controls aus dem ISO‑27001/27002‑Umfeld um energiewirtschaftliche Besonderheiten. Für Sie ist die Norm besonders hilfreich, wenn Sie:

  • ein ISMS nach ISO/IEC 27001 betreiben (oder aufbauen) und sektor-spezifische Controls sauber abbilden wollen,
  • interne/externe Audits effizienter gestalten möchten, weil Controls, Verantwortlichkeiten und Nachweise klarer strukturiert sind,
  • IT/OT‑Schnittstellen, Dienstleisterzugänge und Betriebsprozesse nachvollziehbar in Governance und Risiko­behandlung verankern müssen.

Kurz: 27019 ist Ihr „Energie‑Layer“ im ISMS – weniger Theorie, mehr Prüfbarkeit im Branchenkontext.

Was ist neu in der DIN EN ISO/IEC 27019:2026?

Die 2026er Ausgabe ist vor allem ein Struktur- und Anschlussfähigkeits-Update: Sie orientiert sich stärker an der aktuellen Systematik der ISO/IEC 27002‑Welt (Themenblöcke wie organisatorische, personelle, physische und technologische Maßnahmen). Dadurch können Sie Ihr Kontrollsystem konsistenter mappen, Lücken schneller erkennen und Redundanzen reduzieren.

Praktisch spürbar wird das in drei Punkten:

  • Besseres Mapping zu modernen Control-Strukturen (hilft bei SoA, Auditprogrammen, KPIs).
  • Klarere Trennung zwischen generischen Controls und energie-spezifischer Guidance (weniger „doppelt dokumentieren“).
  • Systematischer beschreibbare Controls (z. B. über Attribute), was Reporting und Nachweisführung erleichtert.

Transition vs. Ersteinführung: Was Sie jeweils anders machen sollten

Wenn Sie transitionieren (z. B. von 27019:2020):

  • Behandeln Sie das nicht als „Dokument-Refresh“, sondern als Re‑Mapping Ihres Kontrollsets.
  • Prüfen Sie SoA-Begründungen und Control-Owner: Häufig passen Verantwortlichkeiten und Evidenzen nicht mehr sauber zur neuen Logik.
  • Planen Sie ein „Evidenz-Upgrade“: Audits scheitern selten am Control-Text, sondern an fehlenden, unregelmäßigen oder nicht nachvollziehbaren Nachweisen.

Wenn Sie erstmalig einführen:

  • Starten Sie mit einem schlanken, auditfähigen Baseline‑Set und bauen Sie dann aus (statt 100% Vollabdeckung auf Tag 1).
  • Legen Sie früh fest, welche Evidenzen Sie dauerhaft erzeugen können (z. B. Review-Protokolle, Schulungsnachweise, Tickets, Monitoring-Reports).
  • Definieren Sie klare Regeln für Anwendbarkeit/Nicht‑Anwendbarkeit im SoA, sonst wird das später zur Dauerbaustelle.

In beiden Fällen gilt: Je besser Ihr Evidenzkonzept, desto weniger „Stress-Audit“ kurz vor dem Termin.

Umsetzungsplan in 6 Schritten:

  1. Scope schärfen
    Welche Services/Prozesse sind im Geltungsbereich, welche Teams liefern Controls/Evidenzen, wo sind die kritischen Schnittstellen?
  2. Control-Mapping durchführen
    Ihr aktuelles Kontrollset (oder Entwurf bei Ersteinführung) wird auf die 27019:2026‑Logik gemappt; Ergebnis ist eine priorisierte Maßnahmenliste.
  3. SoA sauber aufsetzen/aktualisieren
    Je Control: anwendbar/nicht anwendbar, Begründung, Owner, Frequenz der Reviews, erwartete Evidenzen.
  4. Evidenzpaket definieren
    Welche Artefakte gelten als Nachweis, wo entstehen sie, wer prüft sie, wie werden sie versioniert und auffindbar gemacht?
  5. Wirksamkeit nachweisen
    Mindestens: Stichproben, interne Reviews, Kennzahlen/Monitoring, Lessons‑Learned aus Incidents/Changes, plus dokumentierte Verbesserungsmaßnahmen.
  6. Auditvorbereitung als „Readiness-Check“
    Pre‑Assessment/Internes Audit: Findings sammeln, schließen, Management-Readout erstellen – erst dann in die externe Auditierung gehen.

Typische Stolpersteine (und wie Sie sie vermeiden)

  • Control-Text ist „sauber“, aber Evidenzen fehlen oder sind nicht reproduzierbar.
  • SoA ist zu generisch (keine Begründungen, keine Owner, keine Review-Zyklen).
  • Lieferanten-/Dienstleisterzugänge sind nicht im Kontrollsystem verankert.
  • Die Wirksamkeitsbewertung besteht nur aus „wir haben eine Policy“ statt messbarer Nachweise.

Auditbegleitung, Auditierung & Beratung:

Wenn Sie die DIN EN ISO/IEC 27019:2026 effizient einführen oder transitionieren möchten, ist eine Kombination aus Beratung und Auditbegleitung meist der schnellste Weg: zuerst Mapping & Roadmap, dann Evidenz- und SoA‑Schärfung, anschließend Readiness‑Check und Auditierung/Auditbegleitung.

So erreichen Sie ein Kontrollsystem, das nicht nur formal „passt“, sondern im Audit auch mit belastbaren Nachweisen standhält.


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